IRRT (Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy) ist eine auf Imagination basierende Therapiemethode zur Behandlung von einem breiten Spektrum an psychischen Erkrankungen wie Traumafolgestörungen, Angststörungen, Depression, Trauerreaktion und Sucht. Das Ziel ist es die belastenden inneren Bilder in einem mehrstufigen Prozess zu verändern und diese durch ein Erleben von Kontrolle, Schutz und Selbstfürsorge zu ersetzen.
Die therapeutische Arbeit geschieht dabei auf der inneren Bühne (Vorstellung, Erinnerung) der Betroffenen. Der/Die Therapeut*in begleitet den Prozess mittels gezielten Fragen und dem Befolgen der verschiedenen Phasen einer IRRT- Sitzung. Der/Die Therapeuten*innen sind dabei Ergebnisoffen und kennen die «Lösung» für das Problem nicht.
Eine IRRT Sitzung verläuft in drei Phasen:
- Die erste Phase beinhaltet das Wiedererleben der belastenden Bilder und das Verbalisieren damit verknüpfter Emotionen.
- Die zweite Phase legt den Schwerpunkt auf die Konfrontation und Entmachtung des Täters/der Ursache durch das aktuelle ICH des Betroffenen. Dieses wird als zusätzlicher Persönlichkeitsanteil auf der inneren Bühne eingeführt.
- In der dritten Phase geht es um die Entwicklung von Bildern der Beruhigung, Versöhnung und Tröstung zwischen dem aktuellen ICH und dem damaligen ICH bzw. dem Kind.
Dem/Der Patienten*in wird vor der Sitzung angeboten die Begegnung aufzuzeichnen, so dass sie im Nachgang nochmals angehört werden kann. Das nochmalige Hören schafft eine Metaebene und hilft bei der Verarbeitung und der kognitiven Umstrukturierung.
In mehreren Studien zeigte IRRT eine mindestens gleich ausgeprägte Wirksamkeit bei posttraumatischen Störungen wie verlängerte Exposition oder EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) wobei belastende Erinnerungen mithilfe bilateraler Stimulation (z. B. Augenbewegungen) verarbeitet werden. (Studie IRRT vs. verlängerte Exposition / Studie IRRT vs. EMDR)
Diese Methode wird in unserem Team von Luzia Inauen angewandt. Weiter Informationen finden Sie auch der Seite vom IRRT-Institut Schweiz.
Autorin: Luzia Inauen
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