Der Frühling bringt mehr Licht, wärmere Temperaturen und für viele Menschen auch vermehrte Müdigkeit und schlechteren Schlaf. Neben der Zeitumstellung spielt dabei häufig die Frühjahrsmüdigkeit eine Rolle.
Zeitumstellung – ein „Mini-Jetlag“
Ende März werden die Uhren eine Stunde vorgestellt. Unser biologischer Rhythmus (zirkadianer Rhythmus) benötigt einige Tage zur Anpassung. Typische Beschwerden in dieser Zeit sind:
- Einschlafprobleme
- Früheres Erwachen
- Tagesmüdigkeit
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Reizbarkeit
Meist normalisiert sich unser Schlaf innerhalb von 3 - 7 Tagen.
Frühjahrsmüdigkeit – Fakten & mögliche Ursachen
Frühjahrsmüdigkeit ist keine medizinische Diagnose, sondern ein verbreitetes Übergangsphänomen. Laut National Geographic berichten etwa 22% der Männer und 39% der Frauen über ausgeprägte Müdigkeit im Frühling. Diese Beschwerden dauern meist 2 - 4 Wochen, bis sich der Organismus an längere Tage und steigende Temperaturen angepasst hat. In unserem Körper passiert in dieser Periode folgendes:
- zunehmendes Tageslicht verändert den Hormonhaushalt (Melatonin ↓, Serotonin ↑).
- wärmere Temperaturen führen zur Gefässerweiterung – der Blutdruck kann vorübergehend sinken.
Dies kann zu Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen, Stimmungsschwankungen und Kreislaufprobleme führen.
Was hilft uns in dieser Phase besondern?
- täglich 20–30 Minuten Tageslicht am Morgen
- feste Schlafzeiten – auch am Wochenende
- regelmässige Bewegung im Freien
- abends helles Licht und Bildschirmzeit reduzieren
- ausreichend trinken, sich vitaminreich ernähren
- bewusste Erholungspausen im Alltag einplanen
Der Frühling kann uns immer auch als Einladung zur Selbstfürsorge dienen. Übergangszeiten fordern Körper und Psyche, umso wichtiger ist es jetzt, bewusst auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Ein erholsamer Schlaf bildet dabei die Grundlage für emotionale Stabilität, körperliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Der Frühling ist eine wunderbare Gelegenheit, sich selbst etwas Gutes zu tun und dabei neue Kraft zu schöpfen. Wie zum Beispiel regelmässige Spaziergänge in der Natur, eine leichtere Ernährung oder etwas tun, das Freude bereitet.
Bei anhaltenden Schlafproblemen oder Erschöpfung begleiten wir Sie gerne achtsam und interdisziplinär in unserem Centrum.
Wichtiger Hinweis: Wenn die Müdigkeit über vier Wochen anhält, die Stimmung gedrückt ist, die Leistungsfähigkeit deutlich sinkt oder Ein‑ und Durchschlafstörungen auftreten, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Autorin: Dr. Eva Birrer
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